Sunset
von Klaus Modick
Eichborn 2011
Inhalt/Klappentext:
Feuchtwanger, Brecht und das kalifornische Exil – der Roman einer ungewöhnlichen Freundschaft
Weltberühmt
und wohlhabend, aber argwöhnisch beschattet von den Chargen der
McCarthy-Ära, lebt Lion Feuchtwanger 1956 noch immer im kalifornischen
Exil – der letzte der großen deutschen Emigranten. Als ihn an einem
Augustmorgen die Nachricht vom plötzlichen Tod Bertolt Brechts erreicht,
ist er tief erschüttert. Er hatte Brechts Genie entdeckt, hatte ihn
gefördert, war ihm eng verbunden gewesen.
In stummer Zwiesprache mit
dem toten Freund ruft Feuchtwanger die Stationen dieser Freundschaft
wach, ihren Beginn im München der Räterepublik, die literarischen
Triumphe der Zwanzigerjahre, die Flucht und das Leben im Exil. Aus
seinen Erinnerungen kristallisieren sich zugleich die Antriebsfedern des
eigenen literarischen Schaffens heraus: die Trauer um die als Säugling
verstorbene Tochter, seine Schuldgefühle und sein Ehrgeiz, die Traumata
seiner Kindheit – und schließlich die Liebe und die Vergänglichkeit. Am
Ende des Tages, als die Sonne im Stillen Ozean versinkt, ist der alte
Feuchtwanger sich seiner Stärken und Schwächen hell bewusst und hat eine
Bilanz des eigenen Lebens gezogen.
Klaus Modick erzählt in
gediegener und kundiger Sprache in seinem Roman die Geschichte einer
Freundschaft aus dem Blickwinkel eines einzigen Tages.
3/2011
