Luke und Jon
von Robert Williams
BVT (Berliner Taschenbuch Verlag) 2010
Für Leser und Leserinnen ab 15 Jahren
Robert Williams, ein
englischer Buchhändler, erzählt in seinem Debütroman die Freundschaft
zweier „Außenseiter“. Die Mutter von Luke stirbt bei einem Autounfall
und er zieht mit seinem Vater in den Ort Duerdale, wo er Jon begegnet.
Jon ist zunächst, so wie er im Regen, gekleidet wie ein Großvater, am
Ortseingang steht, für Luke eine verworrene Erscheinung, die nach und
nach in sein Leben dringt und dessen fester Bestandteil wird. Jons
Mutter starb, als er sechs Jahre alt war, und er wächst bei seinen
Großeltern in einem verfallenen Haus am Berg auf. Jon hält dieses Leben
geheim, da er um die Zwangseinweisung seiner Großeltern und seiner
selbst in ein Heim fürchtet. Als es dennoch Mitarbeitern des Jugendamtes
gelingt, ihn und seine Großeltern aus diesem Haus zu holen, müssen Luke
und sein Vater eine Entscheidung treffen.
Sowohl Lukes Vater, der
sich nach dem Tod seiner Frau in den Alkohol flüchtet und einen Ausweg
mit der Konstruktion eines überdimensionalen Holzpferdes findet, als
auch Luke, der sich mit dem Malen neue Welten erschafft und Jon, der
sich mit der Lektüre von Lexika an Fakten festhalten kann, finden in
einer Zeit der Verluste und Brüche Halt in der Kunst und der
Freundschaft.
Dieses Buch besticht durch seine sprachliche und
thematische Umsetzung des häufig wiederholten Sujets Tod/Verlust im
Jugendroman, ohne die Wege der drei Protagonisten als Allheilmittel zu
propagieren.
3/2011
