Letzte Nacht in Twisted River

Letzte Nacht in Twisted River

John Irving

Diogenes, 2010



Irving zählt zu den ganz großen Geschichtenerzählern. Mit seiner kreativen und scheinbar nie endenden Phantasie nimmt er den Leser auf eine Reise mit, die viele Überraschungen birgt und der er sich nicht entziehen kann. Über 700 Seiten lang hält der Spannungsbogen und reißt nicht ab. Welche Kunst.

Irving gestattet seinen Lesern Einblick in das Leben eines Schriftstellers. Wen wundert es da, wenn der sich fragt, wie viel davon mit Irving selbst zu tun hat. Immer wieder tauchen für den Insider vertraute Elemente auf, New Hampshire zum Beispiel oder eine Hand. Auch mit Abtreibung beschäftigt sich der einsame Autor.

Die Geschichte einer Vater-Sohn-Beziehung, der eine Koch, der andere Autor, ist nicht nur für männliche Leser lesenswert. Liebevoll beschreibt Irving die intensive Beziehung der beiden und erzählt vom gemeinsamen Leben, in das Unglück ebenso Einzug hält wie Glück, ganz so wie im richtigen Leben. Und genau das zeichnet Irving aus – ja, denkt der Leser, ja, so was kann passieren. 

Ein wirklich gelungenes Buch. Es gehört in den Urlaubskoffer.